„Just to breathe here, oxygen in and out. There’s been too much poison in the system.
Festering toxins I am in round. Got to get this out, out of my head, out in the air.” (Kate Boy)

Ohne richtige Atmung kann der Körper nicht ausreichend versorgt werden. Er erleidet Sauerstoff- oder Kohlenstoffdioxidmangel. Der schnappende, angerötete Läufer ist ein Sinnbild für unseren Alltag. Wir atmen nicht tief genug und nicht bewusst und dadurch atmen wir zu viel, zu flach ohne vernünftig abzuatmen. Der CO2-Haushalt fällt rapide ab, der Körper verlangt schneller nach Sauerstoff, wir atmen ein, nicht ausreichend aus und übersäuern am Ende.

Sauerstoff ist lebensnotwendig für die innere Atmung – in jeder Zelle des Gehirns, jeder Zelle des Herzens, jeder Zelle der Muskeln oder der Haut. Die Bindung von Kohlenstoffdioxid ans Blut beim Ausatmen gleicht aus und ist ebenfalls essentiell. Wie der Körper mit Nahrung genährt wird, wird er auch mit Luft versorgt. Immer entbindet er die Ausscheidung der Restprodukte und Toxine in einem fließenden Hinein und Hinaus. Das ist ein Rhythmus, der einen Kreis schließt; er ist das Ganze und das Einzelne. In ihm verbindet sich der Geist, das Göttliche, mit den größten und den kleinsten Teilen unseres Körpers, mit den Sinnen. Wir beachten, was wir sind. Wir hauchen uns Leben ein.

Jede Zelle in uns möchte versorgt und beachtet werden.

In der stillen Meditation ist es einfacher nur auf die Atmung zu achten und mal tief zu atmen (Pranayama oder holotrope Atmung) oder zu hyperventilieren. In der Bewegung ist es schwieriger mit der Atmung zu spielen oder sich ihr aufmerksam zu widmen. Wir koordinieren die Atmung an der Bewegung und atmen ohne Rücksicht, denn wir atmen automatisch. Doch mit einer bewussten Atmung vor der Bewegung (dem Training), währenddessen oder danach bewegt sich das Innere freier und die physische Bewegung passt sich an. Ähnliches gilt für den kreativen Fluss aus uns heraus in Wort, Melodie, Bild und Emotion.

Das ist, was wir im Alltag benötigen.

Wir atmen und der Körper verbindet sich mit der Atmung über Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid; er verschiebt die Toleranzen für eine tiefere, ganzheitlichere Atmung.

Es soll nicht (nur) der Alltag ausgeglichen werden mit einer achtsamen Stunde des Trainings nach dem Konzept genius loci. Die Stunde soll den Alltag integrieren und nachhaltig für den Alltag werden. Unsere Wahrnehmung kann sich verändern und ein wacheres Körpergefühl vermitteln. Stress vermindert sich, die Bewegungen fließen und sind leichter.

Lass die innere und die physische Bewegung einklingen.

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